Mitgefühl

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Mitgefühl

Mitgefühl oder Empathie bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, sich kognitiv in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, seine Gefühle zu teilen und sich damit über sein Verstehen und Handeln klar zu werden. Vielleicht klingt das Wort „Mitgefühl“ etwas antiquiert und auf den ersten Blick deplaziert im beruflichen Zusammenhang. Nichts desto Trotz gehört es per Definition zu den sozialen Kompetenzen, ohne die keine Stellenbesetzung mehr auskommt, ja, die sogar die Fachkompetenzen längst überholt haben. Mitgefühl oder dessen Fehlen fällt auf im Ausüben und Annehmen von Kritik; es spielt eine Rolle, um Stärken bei Mitarbeitenden erkennen zu können; es ist für jedes Kundengespräch zwingend notwendig; und nicht zuletzt führt seine Abwesenheit zu dem leidigen Thema Gerüchte und Intrigen, die in der Lage sind, ganze Abteilungen nur noch mit sich selbst zu beschäftigen und damit immense Produktivitätsverluste nach sich zu ziehen. Damit sind nur einige Auswirkungen rund um Mitgefühl genannt und es wird bereits deutlich, welchen Stellenwert diese Fähigkeit hat.

Ist man in der Position, Kritik auszusprechen, dann ist man gut beraten, sich immer vor Augen zu führen, dass Kritik einem bestimmten Ziel folgt: es soll die Qualität der Arbeit verbessern. Das wird aber nur erreicht, wenn die kritisierte Person das Gesicht wahren kann. Wird dieser Mensch blamiert, zu unrecht beschuldigt und diffamiert, kurz, verliert er das Gesicht, dann kann ich Ihnen garantieren, dass er in Zukunft mehr Fehler als weniger machen wird. Daraus folgt, dass Kritik niemals als Ventilfunktion für schlechte Laune oder eine eigene Überforderung herhalten darf, denn dann läuft sie schnell aus dem Ruder. Sie wird unsachlich, laut, unangemessen. Und so geht man nicht mit Menschen um. Auch nicht mit sich selbst, denn auch der Kritisierende verliert das Gesicht. Und so wären wir bei dem Thema Mitgefühl – sowohl mit anderen, als auch mit sich selbst. Kennen Sie noch den Spruch: „Was Du nicht willst, das man Dir tu`, das füg` auch keinem andern zu!“? Ich weiß, er ist angestaubt. Aber hier liegt ein pädagogischer Kern, den man sich gut zunutze machen kann. Denn um Mitgefühl für andere haben zu können, um zum Beispiel die Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden erkennen zu können, braucht man die Fähigkeit, sich selbst im Zusammenhang mit der Situation und der Interaktion mit anderen beobachten zu können. Man muss von sich Distanz nehmen können, sozusagen neben sich treten können, um das eigene Handeln zu betrachten und gegebenenfalls zu steuern. Was veranlasst mich, ausgerechnet jetzt zu schreien? Warum werde ich unsachlich, wo ich doch genau weiß, dass ich meinem Mitarbeiter eine Aufgabe zugeteilt habe, deren Lösung ausgerechnet zu seinen Schwächen zählt? Wollte ich ihn vielleicht in diese missliche Lage bringen? Warum? Um ein Ventil zu haben? Um mich selbst überlegen zu fühlen? Um mein Kontrollbedürfnis zu befriedigen? Sollte auch nur eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, dann wird es Zeit, Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln und sich zu fragen, wie es soweit kommen konnte und wie solche Situationen in Zukunft zu vermeiden sind.

Dabei hilft unter anderem ein Logbuch. Tragen Sie darin Tagesvorkommnisse ein, privater wie beruflicher Natur. Über die Zeit wird ein Muster erkennbar, z.B. der Zusammenhang zwischen der Feststellung „Ich bin urlaubsreif“ und „Ich habe im Mitarbeitergespräch überreagiert“. Was wiederum richtungweisend zur Vermeidung ist. Aber tragen Sie bitte auch Ihre Erfolge ein, denn sie sind genauso richtungweisend und helfen Ihnen, Ihre eigenen Stärken zu erkennen – und damit werden Sie zunehmend in die Lage versetzt, auch die Stärken Ihres Gegenübers zu erkennen und zum Wohle des Unternehmens zu nutzen.

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