Mobbing – niemand ist davor sicher

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Mobbing – niemand ist davor sicher

Mobbing ist Schikane mit System über einen längeren Zeitraum hinweg. Nicht jede Kritik oder schlechte Stimmung am Arbeitsplatz hingegen ist bereits Mobbing, deshalb ist es anzuraten, dass eine als unbefriedigend und belastend erlebte Situation am Arbeitsplatz genau beleuchtet wird um die Lage treffend einschätzen zu können und zu Gegenmaßnahmen greifen zu können, denn berechtigter Kritik kann zum Beispiel mit gezielten Weiterbildungsmaßnahmen begegnet werden. Wann sollte man jedoch im Bezug auf Mobbing hellhörig werden?

Unter Mobbing ist Psychoterror zu verstehen, der am Arbeitsplatz durch Vorgesetzte oder Kollegen ausgeübt wird. Meist mobben mehrere Personen ein Opfer, das kann auf der gleichen Hierarchieebene geschehen oder von oben nach unten. Weniger bekannt ist es, dass diese Form des gezielten Quälens auch von Untergebenen an Vorgesetzten vorgenommen wird. Das auslösende Moment für ein solches, von der namhaften französischen Psychoanalytikerin Marie-France Hirigoyen als perverses Verhalten beschriebene Vorgehen ist manchmal die Angst um den eigenen Arbeitsplatz, es sind häufig Neid und Konkurrenzgefühle, Stress, aber auch ein schlechtes Betriebsklima. Besonders gern werden Menschen gemobbt, die aus irgendeinem Grund „anders“ sind, wegen einer Behinderung, Nicht-Deutsche oder die auf welche Art auch immer auffallen – auch und gerade durch Kompetenz. Frauen sind in der Gruppe der Gemobbten besonders häufig anzutreffen, ihr Anteil macht besorgniserregende 75% aus.

Einige Aktionen sind typisch für Mobbing, wichtig ist eine Ballung der Übergriffe und ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen: Die Störung der Kommunikation mit dem Ziel, die Betroffenen zu isolieren (Informationen werden nicht weiter gegeben, etc.); Angriffe auf die Integrität und das Selbstbewusstsein des Opfers, indem ungerechtfertigte Kritik geübt wird, Fehlerzuweisungen stattfinden, unsinnige oder unter der Qualifikation des Opfers liegende Arbeitsanweisungen; Behinderungen der Arbeit um das Opfer in die Lage zu bringen, durch Unkenntnis Fehler zu machen. Das Ziel ist die Demonstration der vermeintlichen Unfähigkeit des Opfers – der Aggressor kann sich beruhigt zurück lehnen und sagen: „Na bitte, ich habs doch immer gewusst, XY ist unfähig!“

Was kann man dagegen tun? Wehret den Anfängen! Egal, ob man selbst betroffen ist oder ob man es „nur“ bemerkt, man soll sofort etwas unternehmen, wenn man den Verdacht hat, dass mit System schikaniert und provoziert wird. Man setzt sich zur Wehr, indem man den (Haupt-) Mobber direkt anspricht und zwar in Gegenwart von möglichst unparteiischen Zeugen.  Verbündete zu suchen und ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen ist eine gute Strategie. Das Gespräch mit den Vorgesetzten ist ebenfalls anzuraten, jedoch spielen sie häufig selbst in diesem perversen Spiel eine Hauptrolle. Sinnvoll ist die Einschaltung des Betriebsrats. Zur psychischen Unterstützung und Rückenstärkung ist professionelle Hilfe von außen wichtig. Begleitende Maßnahme – und zwar frühzeitig – ist das Einholen von rechtlichen Informationen. Je informierter man in dieser Hinsicht ist, umso selbstbewusster kann man auftreten. Und je selbstbewusster man ist, umso mehr ist man in der Lage, Spielverderber des perversen Spiels mit Namen Mobbing zu sein.

Wenn im Umfeld gemobbt wird (das kann auch im privaten Rahmen sein, denn Mobbing begrenzt sich mitnichten nur auf den beruflichen Bereich!), dann heißt es achtsam sein: Denn Mobbingopfer haben häufig Angst, über ihre Situation zu sprechen. Es kann erleichternd sein, wenn man von außen auf die Lage angesprochen wird. Und es kann ebenfalls erleichternd sein, wenn Außenstehende in der direkten Situation einschreiten und die Täter offen ansprechen und auffordern, die Schikanen zu unterlassen. Unsere Unkultur des Wegsehens ermöglicht erst dieses menschenunwürdige Verhalten.

Ein besonderer Hinweis: Jeder sollte bemüht sein, durch sein eigenes Verhalten zu einem guten Arbeitsklima beizutragen. Man beteiligt sich nicht an Sticheleien oder Klatsch, auch wenn es noch so verführerisch ist.

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