Teamfähigkeit

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Teamfähigkeit

Teamfähigkeit findet sich als Teil der persönlichen Anforderungen in den meisten Stellenanzeigen und gehört zu den sozialen Kompetenzen. Aber was ist das eigentlich? Wie wird Teamfähigkeit gemessen? Kann man sie schulen oder lernen? Teambildung und –fähigkeit ist das Thema vieler Seminare und der Schwerpunkt vieler Coaches – aber was macht ein gutes oder ein schlechtes Team eigentlich aus?

Unter Teamfähigkeit auf der Ebene der Mitarbeitenden wird die Fähigkeit verstanden, mit anderen zusammen sozial zu handeln und sich und sein Können im Bezug auf die Arbeitsaufgabe optimal einzubringen. Das erfordert sowohl personale als auch überpersonale Fähigkeiten. Als da wären: Kooperationsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, mitmenschliche Sensibilität, Rücksichtnahme, Konfliktfähigkeit und Empathie. Das sind die personalen Fähigkeiten. Die überpersonalen sind: Reflexionen von Normen, Ideale, Gesetze, Regeln, Verbote, Gebote, Prinzipien und Erwartungen. Wird Ihnen jetzt schwindlig? Keine Angst, denn es ist davon auszugehen, daß Ihre individuelle Form der emotionalen Intelligenz Sie wie fast jeden anderen Menschen dazu befähigt, eine bestimmte Eignung zur Mitarbeit in einem Team zu haben. Es wirft sich lediglich die Frage auf, an welcher Stelle, bzw. in welcher Funktion Sie in einem Team arbeiten können. Es geht also um das „WO“ und nicht um das „OB“.

Und damit Sie die für Sie passende Funktion oder Aufgabe übernehmen können und das Team relativ reibungslos seinen Job machen kann, kommt nun die Führungsfähigkeit Ihres Chefs ins Spiel. Denn Teamfähigkeit auf der Seite der Chefs bedeutet etwas anderes, hier geht es darum, daß Ihr Vorgesetzter Folgendes mitbringt: Er oder sie kann die Stärken und Schlüsselqualifikationen der Mitarbeitenden erkennen und weiß sie einzusetzen (d.i. Motivationsvermögen), hat Verantwortungsgefühl, erfüllt eine Vorbildfunktion, besitzt Durchsetzungsvermögen und ist in der Lage, visionär zu denken und die Vision zu kommunizieren. Daran ist bereits abzulesen, daß ein Team nur schlecht ohne eine Teamleiterin oder –leiter auskommt. Auch die despektierliche Übersetzung von „TEAM“ als: „toll, ein anderer macht´s“ hat seinen Ursprung im nicht-Vorhandensein einer Leitungspersönlichkeit. Es braucht jemanden, bei dem alle Informationen zusammen laufen; jemanden, der die Aufgaben verteilt und deren Erledigung entgegen nimmt; jemanden, der gegenüber der nächst höheren Managementebene Berichtspflichtig ist – und der in der Lage ist, seinen Teammitgliedern Anerkennung für Geleistetes zu geben. Ein Team kann also nur so gut sein wie seine Leitung. Und umgekehrt ist ein Team auch so schlecht, wie die Leitung ist und kann nur in Ausnahmefällen von Teamsprechern ersetzt werden. Diese Ausnahmefälle findet man noch am ehesten in Berufsfeldern, die traditionell Teamarbeit betreiben, wie z.B. die sozialen Berufe. Aber auch dort ist man nach langen Jahren der Versuche mit egalitär organisierten Teams zu hierarchischen Teams übergegangen. Irgendjemand muß motivieren, koordinieren, organisieren und überwachen. Und muß verantwortlich gemacht werden können bei nicht-Erfüllung der Aufgaben.

Häufig werde ich gefragt, woran ein gutes Team zu erkennen ist: Ein gutes Team besteht nicht aus reiner Harmonie und Friede-Freude-Eierkuchen, denn das würde Stagnation bedeuten. Es besteht vielmehr aus einem Vorhandensein von Kooperationsbereitschaft (dem Bestehen im Miteinander) und von Konkurrenzfähigkeit (dem Bestehen im Gegeneinander), was natürlich auch mal aus dem Gleichgewicht geraten kann und die Harmonie empfindlich stört. Aber nur in diesem Spannungsverhältnis ist die Weiterentwicklung des Teams und seiner Aufgaben möglich. Damit ist auch das landläufige Verständnis von Teamfähigkeit als Anpassungsbereitschaft enttarnt: Teamfähigkeit ist die Fähigkeit, sich über seine Stärken und Schwächen in arbeitsteiligen Situationen bewußt zu sein und diese von sich aus kommunizieren zu können – auch in konflikthaften Auseinandersetzungen.

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