Distanzzonen im Arbeitsleben

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Distanzzonen im Arbeitsleben

Menschen brauchen gewisse Distanzzonen zueinander, um sich wohl zu fühlen. Das Unterschreiten dieser Zonen differiert je nach dem, in welchem Zusammenhang man sich bewegt und kann, wenn nicht der Situation angemessen ist, Aggressionen auslösen. Diese Wechselwirkung sollte man kennen und entsprechend beachten, wenn man Wert auf einen gelingenden Umgang miteinander legt.

Auch im beruflichen Leben gelten Intimzonen. So werden das eigene Büro oder wenigstens der Schreibtisch und eine Zone von ca. einem Meter im Umkreis als solche empfunden. Grenzüberschreitungen in diesem Bereich können weitreichende negative Folgen haben und man sollte sich im Klaren über die eigenen Handlungen diesbezüglich sein. Es dürfte selbstverständlich sein, dass es wirklich kein guter Stil ist, wenn man sich auf die Schreibtischkante einer Kollegin setzt und es dürfte ebenso klar sein, dass ein Büro nur nach erfolgtem Anklopfen mit anschließender Aufforderung zu Näher treten betreten wird, aber auch weniger eklatante Grenzüberschreitungen sind nicht willkommen, wie zum Beispiel das selbstverständliche Abladen von Aktenordnern auf fremden Schreibtischen, laute Unterhaltungen während am Schreibtisch nebenan konzentriert gearbeitet wird und nicht zuletzt das großzügige Benutzen aufdringlichen Parfums oder das Rauchen im Beisein von Nichtrauchern. An diesen Beispielen wird deutlich, dass nicht nur die körperliche Präsenz nötige Distanzzonen verletzen kann, sondern auch Gerüche und Geräusche, wie zu lautes Sprechen am Telefon oder aufdringliche Dekoartikel, die leicht das ästhetische Empfinden anderer stören können. Körperliche Distanzlosigkeit, wie im Fall des Sitzens auf der Schreibtischkante, ist nicht nur eine grobe Unhöflichkeit, sie verletzt obendrein Arbeitshierarchien, da sie Dominanzverhalten symbolisieren, das selten toleriert werden kann. Jegliche Sympathie wird so verscherzt, und das kann den Arbeitsplatz kosten.

Zur Übersicht werden hier nochmals gängige Distanzzonen erläutert:

  • Die intime Distanz beträgt maximal einen halben Meter und ist nur in engen Freundschaften und in Liebesbeziehungen in Ordnung. Im Erwerbsleben hat sie nichts zu suchen.
  • Die persönliche Distanz beträgt zwischen einem halben und einem Meter und kommt in vertrauten Gesprächen und bei Begrüßungen vor.
  • Der gesellschaftliche Abstand beträgt zwischen einem und drei Metern. Hier hat auch das Abschätzen von Kontaktmöglichkeit seinen Ort.

Über diese groben Raster hinaus sollte man sein Gegenüber genau beobachten und Anzeichen von Distanzwünschen beachten. Körpersprachlich wird der individuell variierende Wunsch nach einer größeren Distanz zum Beispiel durch das Wegdrehen – nach hinten oder seitlich – des Oberkörpers signalisiert, durch ein geringes Zurückweichen oder sogar nur dadurch, dass die Augen gesenkt werden. Rücksicht fördert die Sympathie und damit das Gelingen von Geschäftsbeziehungen.

Ein besonderer Hinweis: „Man ist mir zu nah getreten“ drückt sprichwörtlich die Folge von Distanzverletzung aus.

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