Manieren – wann sind sie da, wann nicht?

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Manieren – wann sind sie da, wann nicht?

Umgangsformen sind im Moment sehr gefragt, sie bilden einen wichtigen Karrierebaustein, indem sie im positiven Sinn zur Unverwechselbarkeit, man kann auch sagen zum „Alleinstellungsmerkmal“ der handelnden Personen beitragen. Sie erzeugen eine ästhetische Komponente im Miteinander, sie stützen das Betriebsklima und sind das Gerüst, das das tägliche Miteinander regelt.

Aber wie sehen sie aus? Wie lauten sie genau, an was muss ich mich halten, damit ich als Person mit Manieren gelte, die anderen vielleicht sogar als Vorbild dient? Zunächst etwas sehr frustrierendes: Manieren oder Etikette oder Umgangsformen sind einem ständigen Wandel unterworfen, sie sind nichts statisches, das einmal festgelegt wurde und nun für alle Zeiten zu gelten habe. Es gibt auch kein Gremium, das einmal im Jahr zusammen käme und die neuesten Standards im Bezug auf Manieren festlegen würde. Manieren sind vielmehr etwas, was mit „gefühltem Anstand“ zu tun hat – also individuell zu füllen ist. Und doch gibt es Regeln, deren Kenntnis das Leben erleichtern, die auf der einen Seite die Sicherheit vermitteln, im richtigen Moment das passende zu tun, die aber auf der anderen Seite auch dazu führen können, dass man sich fühlt wie der Tausendfüssler, der nicht mehr gehen kann, sobald er sich Gedanken darüber macht, welchen Fuß er zuerst setzen soll. Will heißen, vor lauter antrainiertem Wissen setzt Verkrampfung ein, die einen leicht in peinliche Situationen bringt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass auf der ganzen Welt drei Stufen verehrt werden: die Königliche Macht, die ökonomische Macht und die Familiäre. Daraus leiten sich zumindest zwei Hauptregeln ab: die Gesellschaftliche Etikette und die Geschäftliche. Es werden bei beiden die jeweils unter diesem Gesichtspunkt Ranghöheren „verehrt“: Gesellschaftlich sind es die Älteren, die Frauen, die Gäste. Im Geschäftsleben hingegen die, die auf der beruflichen Leiter am höchsten stehen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Zugehörigkeit. Jedoch gibt es eine gemeinsame Klammer um diese beiden, sich manchmal eklatant widersprechenden Ausprägungen der Umgangsformen, und das ist: Respekt, Aufmerksamkeit als Grundhaltung, Freundlichkeit, Wertschätzung, Takt, Herzensbildung und Zugewandtheit, sowie ein Gespür für die jeweilige Situation. Umgangsformen zeigen einen Menschen, der Distanz zu anderen wahren kann ohne unfreundlich zu sein, der mit Widersprüchen umgehen kann und auch in fremden oder überraschenden, vielleicht auch  Ausnahmesituationen nicht die Haltung verliert oder ausfällig wird. Es ist ein Mensch, der erkennt, wann er einem anderen Menschen die schwer zu öffnende Tür aufhält oder wann er das besser sein lässt, weil er damit sein Gegenüber in eine peinliche, unterlegene oder einfach unbequeme Situation bringt. Kurz: Manieren haben viel mit Persönlichkeitsbildung zu tun.

Ein besonderer Hinweis: Alles, was aufgesetzt ist, wirkt auch so. Manieren sind dann stimmig, wenn sie im Einklang mit der eigenen Person sind.

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