Smalltalk unter schwierigen Bedingungen – Teil 1

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Smalltalk unter schwierigen Bedingungen – Teil 1

Nicht alle Menschen sind gleich kommunikativ, nicht allen gelingt der lockere Einstieg in ein Gespräch, das, zunächst zumindest, den einzigen Zweck der Unterhaltung im besten Sinne dient. Smalltalk, die gute alte leichte Konversation, ist zwar ein probates Mittel zum Knüpfen und Pflegen beruflicher Kontakte, aber schon die bloße Vorstellung, zu einer derartigen Unternehmung aufbrechen zu müssen lässt manchen Menschen den Angstschweiß auf die Stirn treten. Dabei soll Unterhaltung, wie es der Name schon sagt, unterhalten, Spaß machen und der Entspannung dienen.

Personen, die beruflich viel mit Menschen zu tun haben, fällt der Einstieg in ein Gespräch naturgemäß leichter, weil sie es gewohnt sind, ihr Gegenüber nach seiner Meinung zu einem bestimmten Thema zu fragen. In dieser Frage liegt so manches, was Menschen zum Sprechen bringt: Sie werden nach ihrer Haltung und Einstellung gefragt, das ist ungewohnt, aber es schmeichelt und befriedigt das zutiefst menschliche Bedürfnis, gesehen und ernst genommen zu werden. Ihnen wird die ungeteilte Aufmerksamkeit (im Idealfall) eines anderen Menschen zuteil, ihnen wird nämlich wirklich zugehört. Das ist etwas, was selten ist.

Über diese Form der  Beachtung entsteht eine Beziehung und diese ist die Grundlage für eine gelungene Unterhaltung. Es geht um ICH und DU und das, was daraus entsteht. ICH und DU unterhalten sich über ein Thema, über ein ES. Dabei wird deutlich, dass dieses ES eine untergeordnete Rolle spielt und es nicht darauf ankommt, perfekte Kenntnisse über das aktuelle Tagesgeschehen, über Kunst oder Politik zu haben. Denn erstens versteckt sich kein Punkterichter hinter dem Vorhang und verteilt Wertungen für das Allgemeinwissen, und zweitens wäre jede Vorrangstellung des ES kontraproduktiv, denn es ginge nicht mehr um die Beziehung. Und das wäre schade, denn eine tragfähige Beziehung ermöglicht es Menschen, sich in ihrer Vielfalt zu zeigen und sie trauen sich plötzlich Dinge zu, die sie selbst nicht für möglich gehalten haben. Dieses gute Gefühl übertragen sie auf den Menschen, der ihnen so aufmerksam zuhört. Und sie werden diese Person bestimmt nicht wieder vergessen – als Mensch, und nicht als wandelndes Lexikon, das austauschbar ist oder das ein Gefühl der Unterlegenheit auslöst.

Ein besonderer Hinweis: Neugierde wäre des Guten zuviel. Das Alter des Gegenübers, seine religiöse oder politische Einstellung taugen nicht als Smalltalkthema.

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