Hochsensibilität im Arbeitsleben

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Hochsensibilität im Arbeitsleben

Hochsensible Mitarbeitende – Segen oder Fluch?

Ein Blick, der alles verrät: selbstkritisch, perfektionistisch, gewissenhaft und verantwortungsbewusst! Und dahinter? Hochsensibel mit ausgeprägter Fantasie, vielseitig interessiert, voller Wahrnehmungen, ausgestattet mit einer intuitiven Denkweise. Emphatisch. Eine Denkweise, die umfassend vernetzt und Zusammenhänge erschließt, die zunächst nicht zusammenhängend und plausibel erscheinen. Im Umgang mit anderen Menschen zurückhaltend, fast scheu, aber stark im Wahrnehmen von Stimmung und Vorhaben, schon beim ersten Kontakt. Exzellent im Wahrnehmen von Einzelheiten und Details. Dem Besonderen, welches andere Menschen nicht bemerken. Ein starkes Wertebewusstsein gepaart mit einem extremen Gerechtigkeitsinn runden das Innere dieser feinsinnigen Dame ab. WOW, eine Mitarbeiterin für Ihr Unternehmen wie sie perfekter nicht sein kann? Aber: HOCHSENSIBILITÄT entsteht durch eine überdurchschnittliche Fähigkeit der Wahrnehmung ALLER Sinnesreize. Hochsensible Mitarbeitende sind ein Segen einerseits, aber eine große Herausforderung für Führungskräfte andererseits.

Bedürfnis nach Rückzug und Pausen

Respektieren Sie hier bitte Raum und Zeit, respektieren Sie das wiederkehrende Bedürfnis nach Rückzug. Das Stadium der Überstimulation, der Überforderung ist hier schneller als im Durchschnitt erreicht. Schaffen Sie entsprechende Rahmenbedingungen wie ein kleines, eigenes Büro statt der Arbeitsplatz im Großraumbüro, ermöglichen Sie weiterhin das Arbeiten im Home, oder Sie überdenken die Möglichkeit von Teilzeit. Sehen Sie keine stundenlangen Meetings und geregelte Pausenzeiten vor, die eingehalten werden müssen. Und bitte keinen Zwang zur Gruppendynamik. Wenn Sie sich bis zu einem gewissen Grad in diesen Menschen hineinversetzen können, zeugt dies von sozialer Kompetenz. Zeigen Sie Verständnis und Respekt, so profitieren Sie beidseitig von dieser dann so wertvollen Verbindung.

Beste Voraussetzung für die Arbeit als Coach für Perspektivenentwicklung

Anstoß zu diesem Beitrag gab Frau Christiane Geipert-Arheilger. Sie befindet sich zur Zeit in unserer Weiterbildung zum Coach für Perspektivenentwicklung und wird Ihnen ab März 2022 mit ihren besonderen Fähigkeiten der Hochsensibilität als selbständiger Coach zur Verfügung stehen.

Christiane Geipert-Arheilger – in Ausbildung zum Coach für Perspektivenentwicklung – will zukünftig von ihren besonderen Fähigkeiten der Hochsensibilität als selbständiger Coach profitieren

Persönliche Erfahrungen von Christiane Geipert-Arheilger

„“Das mit der Hochsensibilität ist nicht einfach. Wie ich noch nicht wusste, dass es sowas überhaupt gibt, dachte ich immer, das mit mir etwas nicht stimmt „das ich irgendwie falsch bin“. Ich habe mich oft dafür gehasst, dass ich nicht so sein kann wie die anderen, die laut, vorwitzig sich immer in den Vordergrundstellen und von allen gemocht werden – wie ich damals annahm. Ich war das Mauerblümchen, das scheu und alleine meist abseits der Menge in einer Ecke stand und das Geschehen beobachtete.

Auch heute bin ich immer noch eine ruhige Person, die erstmal beobachtet und sich nicht sofort unter Menschen mischt. Generell brauche ich auch nicht viele Personen um mich herum, im Gegenteil zu viele Menschen, die sich womöglich laut und durcheinander unterhalten, stressen mich ungemein. Ich benötige meinen gesicherten Rückzugsort, wo ich wieder Kraft tanken kann, daher ist ein Großraumbüro für mich der absolute Horror. Generell ist es für mich unvorstellbar einen ganzen Tag in einem Bürogebäude eingesperrt zu sein, ich brauche die Natur und die frische Luft.

Wie eine Spinne im Netz

Bis Ende 2019 war ich bei der Deutschen Telekom beschäftigt und musste zum „Schluss“ in einem Großraumbüro sitzen. Das war bestimmt nicht der alleinige Grund aber hat eine große Rolle gespielt, warum ich das Unternehmen verlassen habe. Auch die schlechte Stimmung, der permanente Druck und das ich keinen Sinn bzw. Erfüllung in meiner Tätigkeit gesehen habe, haben mich zu diesem Schritt bewogen. Der Prozess zog sich über eine lange Zeit, es war für mich extrem anstrengend, was sogar zum Burnout führte. Das alles war für mich extrem belastend, denn die noch so kleinsten vornehmlich negativen Schwingungen habe ich auf- und wahrgenommen. Am besten kann ich das mit einer Spinne beschreiben, die in Ihrem Netz sitzt und die noch so kleinste Vibration spürt.

Natürlich ist das nicht nur im beruflichen Kontext sondern auch im privaten Bereich belastend. Ich erspüre auch zu Hause sofort, wenn sich die Stimmung ändert. Dadurch denke ich ganz oft , dass diese Zeichen etwas mit mir zu tun haben und ich etwas falsch gemacht habe, was natürlich nicht zutrifft, aber bin ich in solchen Situation immer besonders angespannt.

Immer wieder habe ich mich damit beschäftigt und versucht herauszufinden, was denn mit mir los ist. Nach dem Schämen kam bei mir jedoch die Erkenntnis das Empathie und Einfühlungsvermögen Geschenke sind, die nicht jedem gegeben sind. Ich kann mich in andere Personen und deren Situationen hineinversetzten und bin fest davon überzeugt, dass die Personen das spüren und dafür dankbar sind, dass ein Mensch in der heutigen Zeit nicht wie eine Maschine reagiert sondern Gefühle zeigt und mitfühlend aber nicht mitleidig ist. Ganz genau sagen, wann sich diese Erkenntnis bei mir eingestellt hat kann ich nicht, ich vermute jedoch, dass dies mit dem Tod meines Vaters vor ca. 7 Jahren zusammenhängt, da der Verlust oftmals dazu veranlasst das Leben zu reflektieren und sich generell mit dem Sinn des Lebens auseinander zusetzen.

Das Schicksal führte mich dann zu Brigitte Brigitte Marx-Lang, die mir „einen Spiegel“ vorhielt. Mir wurde dadurch klar, dass ich bei der Telekom nicht bleiben kann, gerade Menschen wie ich, gehen in einem solchen Umfeld kaputt. Ich habe dies für mich erkannt und einen Weg gesehen, den ich künftig beschreiten will. Menschen, die in Situationen gefangen sind, wie ich es war, möchte ich unterstützen ihre eigenen Antworten auf ihre Fragen zu finden. Noch befinde ich mich in der Ausbildung bei Brigitte und werde diese nächstes Jahr im März abschließen. Ferner bin ich auch Seminarleiterin für Waldbaden und möchte die beiden Komponenten Natur und Coaching zusammenbringen.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass meine älteste Tochter, Ann-Sophie (20 Jahre) ebenfalls hoch sensibel ist und genau die gleichen Wesenszüge aufzeigt. Wenigstens weiß sie, dass es nicht falsch ist, sondern eine Bereicherung für unsere auf Hochleistung getrimmte Welt.“

Fotos: Marc Fippel Fotografie

 

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